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Aamir auf Malta (2017)

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  • Wie schön, all das durch deine Augen zu sehen! Und ich werde langsam richtig neugierig auf den Film.
    „Ein guter Romanautor führt seine Figuren nicht, er folgt ihnen. Ein guter Autor erfindet keine Ereignisse, er beobachtet, wie sie geschehen und schreibt dann auf, was er sieht. Einem guten Autoren ist bewusst, dass er ein Sekretär ist - und nicht Gott.“ (Stephen King)

    "If life's a highway, Sanjay Dutt has been cruising the autobahn." (GQIndia)

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    • Danke Krümel , wie ja von dir bereits gewohnt ,sehr informativ und dazu noch so spannend wie ein Krimi
      Dangal ist wirklich ein Film , den man einfach lieben muss, weil er was wunderschönes erzählt!

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      • Achtung, Spoiler zu Filmszenen und Aamirs Look.


        Faszinierend!

        Spoiler!
        Zuletzt geändert von Krümel; 04.09.2017, 18:32.
        Malta im Juni 2017
        Krümel: "I want to ask you a favour. We would love to have... Can you look after a release, please?"
        Aamir: "You are right." ...3 Sekunden Denkpause... "Yes, we make it!"

        "Genius should be used sparingly, but Aamir Khan deserves the label. He has a 5G broadband connection to the hearts of his audience." Anand Mahindra, 2016

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        • WOW Krümel was hast du ein Auge für Details nie und nimmer hätte ich auch nur ansatzweise so eine Wahrnehmung . Danke dir , dass du uns einen so interessanten Einblick in das Filmgeschäft verschaffst
          Dangal ist wirklich ein Film , den man einfach lieben muss, weil er was wunderschönes erzählt!

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          • Zitat von Krümel Beitrag anzeigen
            Ich finde das ziemlich...

            ICH AUCH!!! (Genau wie diesem ganzen Bericht.)
            „Ein guter Romanautor führt seine Figuren nicht, er folgt ihnen. Ein guter Autor erfindet keine Ereignisse, er beobachtet, wie sie geschehen und schreibt dann auf, was er sieht. Einem guten Autoren ist bewusst, dass er ein Sekretär ist - und nicht Gott.“ (Stephen King)

            "If life's a highway, Sanjay Dutt has been cruising the autobahn." (GQIndia)

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            • Danke. Eure Großbuchstaben...
              Zuletzt geändert von Krümel; 12.09.2017, 17:33. Grund: zu lang...
              Malta im Juni 2017
              Krümel: "I want to ask you a favour. We would love to have... Can you look after a release, please?"
              Aamir: "You are right." ...3 Sekunden Denkpause... "Yes, we make it!"

              "Genius should be used sparingly, but Aamir Khan deserves the label. He has a 5G broadband connection to the hearts of his audience." Anand Mahindra, 2016

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              • Achtung, Spoiler zu Filmszenen!


                Wasser

                Spoiler!
                Zuletzt geändert von Krümel; 10.09.2017, 11:19.
                Malta im Juni 2017
                Krümel: "I want to ask you a favour. We would love to have... Can you look after a release, please?"
                Aamir: "You are right." ...3 Sekunden Denkpause... "Yes, we make it!"

                "Genius should be used sparingly, but Aamir Khan deserves the label. He has a 5G broadband connection to the hearts of his audience." Anand Mahindra, 2016

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                • Das war sehr spannend! Und ich bin froh,dass nicht ich es war, die den ganzen Tag in der heißen Sonne gesessen hat...
                  „Ein guter Romanautor führt seine Figuren nicht, er folgt ihnen. Ein guter Autor erfindet keine Ereignisse, er beobachtet, wie sie geschehen und schreibt dann auf, was er sieht. Einem guten Autoren ist bewusst, dass er ein Sekretär ist - und nicht Gott.“ (Stephen King)

                  "If life's a highway, Sanjay Dutt has been cruising the autobahn." (GQIndia)

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                  • Lost on Malta II

                    In frischen Sachen fühle ich mich wieder als Mensch und die wunderbare Abendstimmung ist Entspannung pur. Noch lange sitzen wir zu dritt am Meer, reden entweder leise über den Tag oder genießen die Stille. Nur ab und zu dringen weit entfernte Stimmen oder das Klappern von Besteck und Tellern bis zu uns. Der Himmel hatte eine Rotfärbung, bis es dunkel wurde. Eine lange Dämmerstunde. Sehr spät erst ging die Außenbeleuchtung des Hotels an. Sanft plätschern die Wellen gegen das felsige Ufer. Mir fallen fast die Augen zu und es kostet Mühe, sich zu erheben. Die wenigen Schritte nach oben habe ich zu schnell hinter mir. Vor der Eingangstür drehe ich mich noch einmal um. Ein letzter Blick zurück. Wie schön es hier ist. Ich glaube, ich werde diesen Ort vermissen und deshalb sicher irgendwann mit einem lieben Menschen wiederkommen. Wie jeden Abend strahlt das Foyer im Glanz der Kerzen und Leuchter. Am Klavier spielt jemand Don´t cry for me Argentina.

                    Beide bringen mich zur Bushaltestelle direkt vor der Hotelzufahrt. Jeder von uns hat das Gefühl, dass wir eine lange Zeit gemeinsam hier verbracht haben. Etwas Wehmut liegt in der Luft. Florine schlägt nochmals ein Treffen für morgen vor, hier oder anderswo. Ich bin selbst noch unentschlossen, kann und will keine Entscheidung treffen. Wir drücken uns und tauschen gute Wünsche aus. Maurice lockert die Stimmung auf und verkündet entschlossen, er werde in den nächsten Wochen weiter fleißig jeden Morgen trainieren. Funktioniert immer. Und mir schreiben, wie DANGAL war.

                    Der Bus kommt pünktlich und ohne weitere Fahrgäste. Ich muss nach Hamrun, einem Vorort der Hauptstadt Valletta. Etwas mürrisch erklärt mir der Fahrer, wo ich umsteigen muss: Bombay. Wie? Ich wiederhole und er bestätigt genervt: Bombay. Seltsam. Hoffentlich war das nicht zu viel Sonne heute… Kurz darauf fahren wir durch ein großes Touristenzentrum und es wird so voll, das auch im Gang Gedränge herrscht. Jetzt bekomme ich Probleme, die Anzeige vorn zu erkennen. Als ein muskelbepackter Mann beschließt, die horizontalen Haltestangen rechts und links vom Gang für Klimmzüge während der ineffektiven Fahrzeit zu nutzen, habe ich endgültig keinen Sichtkontakt mehr. Ich weiche auf die Spiegelschrift in den Fenstern aus: kompliziert, aber hilfreich. Als die Massen ausgestiegen sind, winkt mich der Fahrer vor. Meine Station kommt gleich. Sie heißt Bombi. Okay, war eine Sache der Aussprache. Bombi gibt es 4x und er zeigt auf Nachfrage, wohin ich muss. Noch 2 Stationen. Passt.

                    Nein, passt nicht. Die Haltestelle war richtig. Meine Vermieterin hat geschrieben, welche Strecke ich dann gehen muss. Aber da stimmt etwas nicht. An der Kirche gegenüber…nur 3 Minuten Weg. Hier gibt es keine Kirche. Auch keinen Menschen. Ein Déjà-vu. Toll. Ich finde in einer offenen Garage einige Anwohner, die Darts spielen. Es kann nicht weit sein, aber sie kennen die Adresse nicht. Ich soll die Straße runter zu dieser großen Kreuzung, da könnte es sein. Ist es nicht. Ein Fenster steht offen, aber die Musik ist zu laut, der Mann hört mich nicht. In einer Seitenstraße parkt ein Auto. Mein Retter. Ein junger Mann, freundlich, aber seltsam irgendwie. Google findet die Anschrift nicht. OMG! Er ruft jemanden an. Jetzt erst wird es mir klar: ein Stotterer. Wir werden telefonisch geführt, gehen meinen Weg zurück, nur eine Querstraße daneben. Mit tut es leid, dass ich ihm solche Umstände mache. Immer wieder unseren Standort durchzugeben ist eine Quälerei für ihn. Endlich stehen wir vor dem richtigen Haus. Wieder habe ich das Gefühl, dass ein Dank viel zu wenig ist. Ich bin unendlich froh, ohne ihn wäre ich in echten Schwierigkeiten gewesen...it´s okay, now all is well, have a nice time here: die Worte fallen ihm schwer. Winkend geht er davon. Ein feiner Kerl!



                    Glücksspiel

                    Ich habe geklingelt und warte. Typisch maltesische Bauart. Hier erhalten übrigens alle Häuser Namen. Es ist eine Tradition, die sogar manchmal die Hausnummer ersetzt. Häufig sind es weibliche Vornamen oder englische Bezeichnungen wie Spring. Mary ist zum Beispiel sehr beliebt. Dieses Haus heißt… Fatima??? Okay, Bombi war ein Problem der Aussprache. Aber vielleicht hab ich doch einen Sonnenstich. Ich habe sie heute gesehen, sie ist eine echte Kämpferin. Meine Vermieterin hat mich zur späten Stunde erwartet und geht die Treppe voran und weiter in mein Zimmer. Kleines Bad, ein Bett, mehr brauche ich nicht. Noch der WLAN-Zugang und alles ist geklärt. Fatima war übrigens eine Vorfahrin, die die Familie nach dem Tod ihres Mannes und Vaters tapfer allein durch schwere Zeiten gebracht hat. Auch eine Kämpferin.

                    Es ist bald Mitternacht, doch meine Familie ist sofort am Telefon. Eigentlich ist es viel zu spät, aber ich habe den Anruf versprochen und sie haben gewartet. Wir müssen alle ins Bett, reden können wir bald zu Hause. Deshalb berichte ich nur kurz, dass ich heute bei den Dreharbeiten war und jetzt mein letztes Quartier erreicht habe. Wie immer wollen sie meine Pläne für den morgigen Tag wissen. Tja, entweder Kalkara oder Sandstrand + Baden + Eisessen in Birzebbuga.
                    Da sieht es übrigens so aus:
                    Spoiler!

                    Am anderen Ende Unverständnis. Ich wäre doch wegen der Dreharbeiten hier... Das stimmt, aber irgendwie habe ich auch Sehnsucht nach weichem Sand unter den Füßen, Palmen und Schatten. Ich habe mir vorgenommen, nichts zu erzwingen.

                    Als ich aus dem Bad komme, macht sich mein Zimmernachbar am Kühlschrank im Flur zu schaffen. Die Portion auf seinem Teller ist riesig und noch während wir reden, fängt er im Stehen an zu essen. Es gab eine Deadline für sein Projekt, er hätte die Essenszeit verpasst und wäre furchtbar hungrig. Masud, aha, bei mir fällt jetzt der Groschen: es ist Ramadan. Er bietet mir einen Platz an, so müsse er nicht allein essen. Wir plaudern über religiöse Bräuche, die Insel und unsere Berufe, bis er satt ist und mir wieder fast die Augen zufallen.

                    Durch die offene Balkontür strömt herrlich frische Luft ins Zimmer. Mein Körper ist müde, aber der Kopf ist noch ganz aufgedreht. Die vielen Bilder dieses Tages ziehen im Zeitraffer an mir vorbei. Ein Abenteuer, und was für eines! Und es fühlt sich wunderbar an. Ich kann kaum fassen, was ich an einem einzigen Tag erlebt habe, was mir geboten wurde, wieviel Unterstützung ich bekam. Es wird eine Weile dauern, das zu verarbeiten. Aber ich habe Zeit und außerdem noch 2 ½ Wochen Urlaub. Damit endet der Strom meiner Gedanken.

                    Der letzte Tag. Ich fühle mich leicht, frei und glücklich. Draußen scheint bereits die Sonne. Auf dem Kühlschrank liegt ein Zettel mit einem Gruß von Masud. Ich schreibe zurück und begutachte das kleine Frühstück, welches hier inclusive ist. Zu meiner großen Freude habe ich den Tag gestern gut überstanden und weder Sonnenbrand noch Kopfschmerzen. Auch den Blasen geht es langsam besser. Beim Packen fällt mir wieder der Fotoapparat in die Hände. Die meiste Zeit hat er seine Mitarbeit verweigert, doch zu meiner Überraschung öffnet sich die Linse und ich kann mein Frühstück
                    http://www.directupload.net/file/d/4...7foh8w_jpg.htm
                    und die Aussicht von meinen Balkon
                    http://www.directupload.net/file/d/4...hgocbs_jpg.htm
                    festhalten. Bei meinem Bärenhunger kommt mir die schlichte Mahlzeit wie eine fürstlich gedeckte Tafel vor.

                    Ich gebe meinen Schlüssel ab und verabschiede mich von der Vermieterin. Sie zeigt mir den Weg zum Bus, es ist wirklich nur die Straße hinauf und dann um die Ecke. Im Tageslicht verstehe ich auch mein Problem von gestern Abend. Die Kirche ist mehr ein Gemeindehaus – d.h. klein und architektonisch praktisch-funktionell - und zusammen mit einigen Nachbargebäuden eingerüstet. Sie war nicht als solche wahrzunehmen.

                    Ich fahre nach Bombi, um dort umzusteigen. Wohin weiß ich immer noch nicht. Beide Buslinien fahren vom selben Haltepunkt. Heute sind viele Menschen unterwegs, morgendliche rush hour auf Malta. Und nun? Beides wird Spaß machen und egal wie ich entscheide, dass jeweils andere werde ich vermissen. Es ist ein nicht alltägliches Gefühl, jetzt komplett vogelfrei und ziellos zu sein, noch intensiver als in den letzten Tagen. Ich habe sämtliche Habseligkeiten bei mir und noch ein paar Stunden Zeit, zu tun und zu lassen was ich möchte. Alles Wichtige habe ich bereits erlebt. Der heutige Tag ist eine Zugabe.

                    Die Entscheidung fällt, als ich mich mit genau diesen Überlegungen der Haltestelle nähere. Kalkara oder Birzebbuga: ich nehme den Bus, der zuerst kommt. Das Los soll entscheiden. Ich mag den Gedanken total. Genau 7 Busse lang warte ich, sie kommen etwa im Minutentakt. Die Nr. 8 bestimmt mein Ziel. In großen Lettern wird der Ort angezeigt - und als ich ihn lese, muss ich schmunzeln...
                    Zuletzt geändert von Krümel; 13.09.2017, 04:46.
                    Malta im Juni 2017
                    Krümel: "I want to ask you a favour. We would love to have... Can you look after a release, please?"
                    Aamir: "You are right." ...3 Sekunden Denkpause... "Yes, we make it!"

                    "Genius should be used sparingly, but Aamir Khan deserves the label. He has a 5G broadband connection to the hearts of his audience." Anand Mahindra, 2016

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                    • Dreharbeiten oder Eisessen? Du machst mich ( wieder mal) sehr neugierig.
                      „Ein guter Romanautor führt seine Figuren nicht, er folgt ihnen. Ein guter Autor erfindet keine Ereignisse, er beobachtet, wie sie geschehen und schreibt dann auf, was er sieht. Einem guten Autoren ist bewusst, dass er ein Sekretär ist - und nicht Gott.“ (Stephen King)

                      "If life's a highway, Sanjay Dutt has been cruising the autobahn." (GQIndia)

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                      • Allen Lesern ein schönes Wochenende!
                        Krümel


                        Achtung, Spoiler zu Filmszenen!

                        Glück gehabt!

                        Spoiler!
                        Zuletzt geändert von Krümel; 16.09.2017, 13:28.
                        Malta im Juni 2017
                        Krümel: "I want to ask you a favour. We would love to have... Can you look after a release, please?"
                        Aamir: "You are right." ...3 Sekunden Denkpause... "Yes, we make it!"

                        "Genius should be used sparingly, but Aamir Khan deserves the label. He has a 5G broadband connection to the hearts of his audience." Anand Mahindra, 2016

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                        • Merke: maltesische Busfahrer sind ein Risiko. (Und Dreharbeiten gucken ist toll.)
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                          "If life's a highway, Sanjay Dutt has been cruising the autobahn." (GQIndia)

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                          • Zitat von hakawati Beitrag anzeigen
                            Merke: maltesische Busfahrer sind ein Risiko. (Und Dreharbeiten gucken ist toll.)
                            Oh ja. Da hatte ich nun brav vorn meinen Rucksack abgelegt und mich ganz schnell hingesetzt. Dann war es wieder das Gespräch... es gibt unendliche Möglichkeiten. Dazu noch die Huperei, welche mich alle 1,5 Stunden dran erinnerte.

                            Es ist toll, wirklich. Was ich da gesehen habe werde ich nie, nie vergessen. Es war auch viel Glück dabei. Woanders wäre das so garnicht möglich gewesen, das Set war aufgrund der Lage perfekt zum Zusehen.
                            Malta im Juni 2017
                            Krümel: "I want to ask you a favour. We would love to have... Can you look after a release, please?"
                            Aamir: "You are right." ...3 Sekunden Denkpause... "Yes, we make it!"

                            "Genius should be used sparingly, but Aamir Khan deserves the label. He has a 5G broadband connection to the hearts of his audience." Anand Mahindra, 2016

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                            • Uiiiiiiiiii jetzt habe ich aber viel zum nachlesen
                              Dangal ist wirklich ein Film , den man einfach lieben muss, weil er was wunderschönes erzählt!

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