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    Emilia

    ‚Emilia‘ ist keine FF im üblichen Sinne. Es kommt weder der heute lebende Schauspieler Shah Rukh Khan darin vor noch einer seiner Film Avatare. Es ist die Geschichte einer jungen Frau im ausgehenden 19. Jhdt. Einer Zeit in der die Ehre eines Menschen sein höchstes Gut war, ein gegebenes Wort einen band.

    Natürlich, wie könnte es anderes sein, verschlägt es Emilia nach Indien und natürlich begegnet sie dort einem Mann.

    Nächste Woche wird es losgehen, wie immer freue ich mich über Leser und noch mehr über Kommentare.
    Ein kleiner Hinweis noch, die Geschichte ist im Stil eines Romans von Hedwig Courths Mahler oder Eugenie Marlitt gehalten, d.h. ich verwende auch die Sprache dieser Zeit. ‚Toll‘ z. B. bedeutete damals noch ‚verrückt‘ und eine ‚Toilette‘ ist das was man heute als Outfit bezeichnen würde.
    Allerdings habe ich die Geschichte mit einer Prise Erotik aufgepeppt.
    "Dieser Mann liebt seine Fans, das sieht man" Dolaredola on Molo
    Shah Rukh, ich mag dich richtig gern, einfach so, weil du du bist!


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    Don - mera andheraa hero

    #2
    Ick freu mir!
    "MOLO ..... nur selber leben ist aufregender!" (credits to @Dolaredola)
    R.I.P. all my IDOLS, now: Muhammad Ali has left
    @Toju.....and vice versa!.... ;)
    ~+~ Team Gauri ~+~
    **Remember Pfeili** http://www.audreyhepburn.com/menu/index02.php?idMenu=45

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      #3
      Ich freu mich auch schon darauf
      Wenn du im Leben etwas erreichen willst, wenn du gewinnen willst. Dann höre auf dein Herz und wenn dein Herz einmal nicht antwortet, dann schliesse die Augen und denke an deine Eltern, so wirst du keine Angst mehr haben und alle Hindernisse über

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        #4
        Wie schön, dass Sie hergefunden haben. Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Emilia Lucia Guldner. Heute führe ich ein ruhiges, beschauliches Leben im Schoße meiner Familie, meiner sieben Kinder, zwölf Enkelkinder und elf Urenkel, das Aufregendste, das mir in den nächsten Tagen bevorsteht, wird die Geburt meines ersten Ururenkels sein. In ein paar Wochen feiere ich meinen 90. Geburtstag und ich kann auf ein erfülltes Leben zurück blicken.

        Was habe ich nicht alles miterlebt! Zwei Weltkriege, zwei große, weltweite Wirtschaftskrisen, Börsenkräche und Zeiten wirtschaftlicher Prosperität, die legendäre Sisi, die in meiner Jugend Kaiserin von Österreich war, Bayerns Märchenkönig Ludwig II genauso wie die große Königin Viktoria, den Zusammenbruch des britischen Empires und Mahatma Gandhis Weg des gewaltfreien Widerstandes, die Unabhängigkeit und Teilung Indiens mit all ihren Triumphen und Gräueln, die Errungenschaften der modernen Medizin und die Erfolge der Wissenschaften, den Siegeszug der Elektrizität, des Automobils und des Telefons.

        Als ich noch ein kleines Kind war, war Reisen eine beschauliche und manchmal beschwerliche Angelegenheit. Man fuhr ein- oder zweispänig und brauchte für eine Reise von Linz nach Wien zwei, manchmal sogar drei Tage. Mit der Eisenbahn schaffte man es später dann in einem Tag. Und heute? Heute setzt man sich in ein Flugzeug und ist in einem Tag oder zwei in Amerika oder in Europa. Nachrichten und Grüße seiner Lieben bekam man per Brief, der oft wochenlang unterwegs war, oder per Telegramm, bei dessen Ankunft man immer Herzklopfen hatte, weil es meist schlechte Nachrichten enthielt. Warum wurden eigentlich die guten Nachrichten nicht auch schnell per Telegramm übermittelt? Heute greift man zum Telefonhörer und spricht mit Menschen, die zehntausende Kilometer entfernt sind als stünden sie neben einem. Wenn die Leitung stabil bleibt ...


        Doch ich schweife ab. Ich wurde am 12. August 1865 in Linz geboren, als erstes und einziges Kind von Franz Ferdinand Guldner und seiner Frau Sophie. Meine Mutter starb an Kindbettfieber. Was im Jahr 1865 eigentlich nicht mehr nötig gewesen wäre, da Semmelweis bereits vier Jahre zuvor in Wien die Ursache des Kindbettfiebers entdeckt hatte. Doch die Ignoranten werden nie aussterben, und der Arzt, der meine Mutter entbunden hat, war einer davon. Mein Vater ist über den Tod seiner Frau nie hinweg gekommen und war nach kurzer Zeit mit der Betreuung eines Kindes schlichtweg überfordert.

        Aufgewachsen bin ich bei meiner Tante Mitzi in Augsburg. Tante Mitzi ist eine Schwester meines Vaters. Sie hat einen Fugger geheiratet und ist mit ihm nach Bayern gezogen. Als ich acht Jahre alt war, ist mein Vater bei einer Bergtour in Tirol umgekommen. In der Familie ging das Gerücht um, er sei absichtlich in die Klamm gestürzt, denn an dieser Stelle könne ein erfahrener Berggeher wie mein Vater keinen Fehltritt machen. Ich weiß nicht, ob das Gerücht stimmt. Vorstellen kann ich es mir. Nach dem, was Tante Mitzi mir erzählt hat, hat der Papa die Mama sehr geliebt, obwohl es ursprünglich von seiner Seite aus eher eine Vernunftehe war.

        Doch lassen Sie uns an dem Tag in meine Geschichte einsteigen, an dem ich im Zug saß, unterwegs von Augsburg über München nach Bozen. Dort wollte ich noch eine Tante und ihre Familie für eine paar Tage besuchen und dann weiterfahren nach Genua. Ich teilte mir ein Damencoupé mit einer netten älteren Dame ...
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          #5
          Hallo Sharmila, deine Geschichte gefällt mir. Ich lese auch mit. Danke dass du sie mit uns teilst.
          "Du stehst am Abgrund?
          Breite deine Flügel aus und lass dich vom Wind tragen!
          Du hast keine Flügel?
          Dann schenke der Welt dein Lächeln und sie wird dir dafür Flügel verleihen."

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            #6
            Mir gefällt die Geschichte auch und ich lese auch mit
            Wenn du im Leben etwas erreichen willst, wenn du gewinnen willst. Dann höre auf dein Herz und wenn dein Herz einmal nicht antwortet, dann schliesse die Augen und denke an deine Eltern, so wirst du keine Angst mehr haben und alle Hindernisse über

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              #7
              Hallo Sharmila da ich deine Geschichten liebe, lese ich auch wieder fleissig mit

              Der Anfang klingt sehr vielversprechend, bin gespannt.
              Kolkata Knight Riders...... KORBO LORBO JEETBO

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                #8
                klingt interessant, bin auch dabei.
                - Möge das Licht des Friedens stets heller leuchten als die Dunkelheit des Hasses. (Aus: Ein Band aus Stahl von: Diwali und wolfwriter)
                - Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken. – Mahatma Gandhi
                _________________________________
                Korbo Lorbo Jeetbo!

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                  #9
                  freut mich, dass ihr wieder dabei seid. Und herzlich willkommen Keana.
                  Über Kommis freu ich mich natürlich auch. Die bringen erst die richtige Würze bei einer geposteten Story. Und weiter geht's:


                  I. Buch



                  September 1887



                  Schnaufend und keuchend kämpft sich die Lokomotive tapfer die Brennerhänge hinauf. Immer wieder mal laut pfeifend um sich auf den Schienen herumtreibendes Wild zu verscheuchen oder im Bergwald arbeitende Männer zu warnen. Emilia Guldner sieht aus dem Fenster. Die wilde, nahezu unberührte Natur der Tiroler Alpen fasziniert sie immer wieder. Aufgewachsen im schwäbischen Augsburg, wo die Berge eher flache Hügel sind, hat sie als Kind die Besuche bei Tante Mirl in Meran sehr genossen. Auch heute freut sie sich auf Tante Mirl, die eigentlich Annemarie, Freifrau zu Tratzberg heißt, und ihre Familie. Ganz besonders auf ihre Lieblingsbase Elisabeth, die nach der Kaiserin benannt wurde und die alle nur Lisi rufen. Ein sanftes Lächeln erscheint auf Emilias lieblichem, herzförmigen Gesicht mit der kleinen Stupsnase und dem goldüberhauchten Teint.

                  „Aber eines versteh ich immer noch nicht, meine Liebe,“ holt ihre Mitreisende Emilia aus ihren Gedanken. „Was denn, liebe Frau Grandinger?“ Luise Grandinger, die in München zugestiegen ist um nach Meran zur Kur zu fahren, ist leidenschaftlich an ihren Mitmenschen und deren Schicksalen interessiert. Sie hat Emilia nach allen Regeln der Kunst ausgefragt, und Emilia, die ja nichts zu verbergen hat, hat ihr auch das meiste erzählt. „Ihr Verlobter, der Herr Graf, der ist doch Deutscher, haben Sie gesagt, meine Liebe, irgendwo aus Norddeutschland, nicht? Wieso dient der denn in der englischen Armee?“ Emilia seufzt leise. Dann lächelt sie ihr Gegenüber an. „Sehen Sie, Frau Grandinger, die Mutter von Rudolph, meinem Verlobten, die Gräfin Kronau, die ist Engländerin. Lady Sarah Elizabeth Wellington, eine entfernte Verwandte des Duke of Wellington. Und sie hat sich gewünscht, dass einer ihrer Söhne dem Empire und der britischen Krone dient. Und Rudolph ist irgendwie der englischste ihrer Söhne. Weshalb sein Vater entschieden hat, dass Rudolph nach England geht.“ Emilia hält kurz inne, eigentlich ist Rudolph ein ganzer Engländer. Zweisprachig aufgewachsen und von seiner Mutter stark geprägt, wird er sogar von Briten für einen Landsmann gehalten. Als sie ihn kennenlernte, dachte sie erst auch er sei Engländer und war ganz überrascht, dass er eigentlich aus dem Hannoverschen stammt. „Ach so ... ja, jetzt ist mir des klar.“ läßt Frau Grandinger sich wieder vernehmen. „Und jetzt ist er so weit weg. In Britisch-Indien! Haben S‘ denn da nicht große Sehnsucht, Fräulein Guldner?“

                  „Oh ja, ich vermisse ihn sehr. Wir schreiben uns zwar regelmäßig, er schickt ja auch immer lange Briefe, doch ...“ Emilia zögert kurz. Rudolphs letzte Briefe waren irgendwie irritierend, doch sie schiebt den Gedanken schnell beiseite. Wenn sie erst in Indien ist, wird sich alles klären, alles wieder gut werden. „Aber jetzt werde ich ihn ja bald wieder sehen. Nur noch ein paar Wochen.“ sagt Emilia schnell, mit einem tiefen Aufatmen. „Da wird der Herr Verlobte sich sicher sehr freuen, wenn er das Fräulein Braut wieder in seinen Armen halten und nach Herzenslust abbusseln kann.“ sagt Frau Grandinger augenzwinkernd. Sanfte Röte überzieht Emilias Wangen. „Frau Grandinger!“ murmelt sie verschämt. „Ach gehn S‘“ ruft Luise Grandinger. „Die Jugend heute ist so fürchterlich gschamig. Zu meiner Zeit war des anders. Da hat ein Mädel einem feschen Galan schon mal einen herzhaften Schmatz geschenkt. Aber heute sind alle so etepetete!“ Frau Grandinger schnaubt entrüstet. Emilia schmunzelt, sie kann sich durchaus vorstellen, dass in Luise Grandingers Jugend eine ganze Reihe ‚fescher Galane‘ angestanden sind. Frau Grandinger ist immer noch eine attraktive Erscheinung. Man kann sehen, dass sie in ihrer Jugend eine Schönheit war.

                  Plaudernd vertreiben die Damen sich weiter die Zeit. „Ach, Fräulein Guldner, was ich noch sagen wollte.“ bemerkt Luise Grandinger völlig zusammenhanglos. „Bitte nehmen Sie mir des jetzt nicht übel, aber ich muss das jetzt sagen. Wissen S‘, Göttergatte meiniger, der ist Damenschneider. Für die feine Gesellschaft. Er hat bei Charles Worth gelernt. In England, so wie Sie.“ Emilia versteht nicht ganz worauf Frau Grandinger hinaus will. „Ja, Frau Grandinger?“ fragt sie und sieht ihr Gegenüber erwartungsvoll an. „Also, der Herr Grandinger, was mein Gatte ist, der hat ein feines Gespür dafür, was eine Dame kleidet. Besonders bei den Farben. Ich hab mir da ein bisserl was abgeschaut. Und ich würd Ihnen gern einen Rat geben.“ Emilia sieht Frau Grandinger auffordernd an. „Dieses Taubengrau, das Sie sich da für Ihr Reisekostüm ausgesucht haben, das kleidet Sie gar nicht. Schaun S‘ doch mal in den Spiegel, Fräulein Guldner. Sie haben von Natur aus so schöne, starke Farben. Ihre Augen, absolut ungewöhnlich, richtig lila, wie Amethyste. Und auch Ihr Haar ...“
                  „Ja,“ fällt Emilia der Frau ins Wort. „weder richtig blond noch richtig braun, scheckig wie eine alte Hofkatze.

                  „Ach wo, Fräulein. Scheckig schon ja, des könnt man sagen. Doch was für Töne! Alle möglichen Gold-, Rotblond- und Hellbraunschattierungen, und wirken tut es wie Honig. Und Honig ist eine feine Sach, Fräulein Guldner.“ Luise Grandinger zwinkert Emilia verschmitzt zu, was diese zum Lachen bringt. „Das sagt mein Verlobter auch immer, dass mein Haar honigfarben ist. Er nennt mich auch Honey, das englische Wort für Honig.“ fügt sie lächelnd und ein bisschen verlegen an. „Sehen S‘!“ Frau Grandinger ist erfreut. „Jedenfalls, was ich sagen wollt. Sie sollten andere Farben tragen, Schokoladenbraun, Pflaumenblau, Russischgrün, Khaki, Abricot und Ziegelrot, Mohnrot, Kupfer oder Senfgelb. Das sind Ihre Farben. Verstehn S‘? Kein Schwarz oder Grau, das läßt Sie krank aussehen, oder alt. Auch kein Weiß, nehmen S‘ lieber Elfenbein.“ Emilia lächelt. „Danke liebe Frau Grandinger, ich werde es beim nächsten Einkauf bedenken.“
                  „Des sollten S‘ auch, Fräulein Guldner, des sollten S‘ auch.“ In diesem Moment fährt der Zug pfeifend in den Bahnhof von Bozen ein. Eisen reibt quietschend auf Eisen als der Zug bremst und schließlich zum Stehen kommt.
                  "Dieser Mann liebt seine Fans, das sieht man" Dolaredola on Molo
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                    #10
                    Waaah ohne Deine mail Sharmila hätte ichs nicht mitbekommen. Bin noch krank & selten hier.
                    Ok das kenn ich noch, das war das amuse gueule vor Monaten.
                    & WAAAS nich mit Cheffe...oh, seufz...gut...pruust ich mach mir dann einfach wieder ein eigenes Bild vom hero, von dem indischen.
                    Too far away (age of 74) my love. Like they say I am here for a good time not a long time
                    @iamsrk - 23:35 - 10. Okt. 2016

                    long live the dimples

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                      #11
                      hi ebolly, hätte dich echt vermisst ab hier wird es auch für dich neu. Ich habe nur gesagt ohne den heute lebenden Cheffe oder einen seiner Filmavatare Du kannst dir natürlich den Helden vorstellen wie du willst
                      Aber laßt euch doch einfach überraschen, was so kommt.


                      „Bozen, Bozen. fünfzehn Minuten Aufenthalt!“ ertönt die Stimme des Stationsvorstehers. Ächzend versucht Luise Grandinger sich zu erheben. Das lange Sitzen im Zug hat ihr nicht gut getan. „Mei Fräulein Guldner,“ sagt sie bittend. „Wollen S‘ mir einen Dienstmann rufen für mein Gepäck?“
                      „Aber natürlich, Frau Grandinger.“ Mit diesen Worten geht Emilia zum Fenster, öffnet es ganz und streckt den Kopf hinaus. Sie winkt einem Dienstmann mit Karre her zu kommen. Dann hilft sie Luise Grandinger beim Aufstehen. „Danke Fräulein Guldner. Sie sind wirklich ein liebes Fräulein. Ich hoffe, ihr Herr Verlobter weiß, dass er mit Ihnen das große Los gezogen hat.“
                      „Frau Grandiger.“ Das dicke Lob ihrer Mitreisenden macht Emilia verlegen. „Doch Fräulein Guldner, was wahr ist, muss wahr bleiben.“

                      Inzwischen hat der Dienstmann das Abteil betreten und Luise Grandinger gibt Anweisungen bezüglich des Gepäcks. Als alles nach draußen geschafft ist, nimmt auch Emilia ihre Tasche und hilft der alten Dame beim Aussteigen. Frau Grandinger beauftragt den Dienstmann nach dem Wagen des Meraner Kurhotels, in dem sie abgestiegen ist, Ausschau zu halten, ihr Gepäck zu verladen und sie dann abzuholen. Dienstfertig eilt der Mann davon. „Es war mir eine Freude Sie kennenzulernen, Fräulein Guldner. Selten habe ich so nette Reisegesellschaft.“ Frau Grandinger streckt Emilia die Hand entgegen, die diese ergreift und herzlich drückt. „Die Freude ist ganz meinerseits, Frau Grandinger. Erholen Sie sich gut und alles Gute.“
                      „Das wünsche ich Ihnen auch, liebes Fräulein. Und eine glückliche Reise und Gottes Segen für Ihre Ehe. Adieu Fräulein Guldner.“
                      „Adieu Frau Grandinger.“

                      Frau Grandinger dreht sich um und will gehen, da stößt sie beinahe mit einem stattlichen Herrn Anfang Fünfzig zusammen. „Oh, Verzeihung.“ Luise Grandinger errötet wie ein junges Mädchen. Für gutaussehende Herren hat sie immer noch eine Schwäche, und das ist ein Bild von einem Mann, wenn auch mit einer bäuerlichen Note. Breitschultrig und kräftig gebaut, mit dichtem dunkelbraunem Haar, das an den Schläfen schon grau ist, ein gepflegter, graumelierter Vollbart, das Gesicht wettergebräunt hat er etwas Urwüchsiges, Archaisches. Gekleidet ist der Herr mit rehledernen Hosen und einem lodengrünen Walkjanker mit großen Silberknöpfen. „Grüß Gott, die Damen.“ sagt er in einem sonoren Bariton. Luise Grandinger bekommt leicht weiche Knie. „Onkel Hans, grüß dich. Schön, dass du mich abholen kommst. Darf ich bekannt machen? Frau Luise Grandinger, meine Reisebekanntschaft. Mein Onkel, Johann Freiherr zu Tratzberg.“ Frau Grandinger ist schwer beeindruckt. Sie kennt natürlich ihren Gothaer, auch den von Österreich. So macht sie Anstalten in einen Hofknicks zu versinken. „Um Gottes willen, liebe Frau! Bitte ned.“ sagt Johann zu Tratzberg lächelnd. Um seine Augen erscheint ein Kranz feiner Fältchen, der Frau Grandinger noch mehr verwirrt. Emilia beobachtet die Szene amüsiert.

                      In diesem Moment kommt der Dienstmann zurück und berichtet, dass die Kutsche des Kurhotels auf dem Bahnhofsvorplatz wartet. „Darf ich gnädige Frau zu ihrem Wagen begleiten?“ fragt Freiherr zu Tratzberg höflich und galant, und bietet Luise Grandinger seinen Arm. Diese nimmt errötend an und legt leicht ihre Finger auf Johann zu Tratzbergs Unterarm, wie sich das gehört. Ein österreichischer Freiherr begleitet sie zu ihrer Kutsche und ‚gnädige Frau‘ hat er sie auch genannt. Luise Grandinger schwebt im siebten Himmel. Wenn sie das ihren Kränzchenschwestern erzählt, die werden platzen vor Neid. An der Kutsche des Kurhotels hilft Freiherr zu Tratzberg Frau Grandinger hinein und verbeugt sich dann mit vollendeter Grandezza. „Es war mir ein Vergnügen Gnädige Frau begleiten zu dürfen.“ sagt er. „Adieu.“
                      „Adieu, Herr von Tratzberg. Das Vergnügen war ganz meinerseits.“ flötet Frau Grandinger, sich noch einmal in der Aufmerksamkeit des stattlichen Freiherrn sonnend.
                      "Dieser Mann liebt seine Fans, das sieht man" Dolaredola on Molo
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                        #12
                        Um Gottes Willen, Sharmila Du bildest mich weiter , vermutet hab ichs ja, ein Adelslexikon verbirgt sich hinter dem Gotha & ein Freiherrengeschlecht dieses Names gibts wirklich, jaja sowat interessiert mich immer.

                        Aah ok, dann binsch mal gespannt auf die Beschreibung des Helden, des indischen !
                        Too far away (age of 74) my love. Like they say I am here for a good time not a long time
                        @iamsrk - 23:35 - 10. Okt. 2016

                        long live the dimples

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                          #13
                          jo, die gibt es. Haben aber mit meinen nix zu tun (woll ja keine Klage riskieren ) Die echten residieren in der Nähe von Innsbruck
                          "Dieser Mann liebt seine Fans, das sieht man" Dolaredola on Molo
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                            #14
                            Kichernd hängt Emilia sich bei ihrem Onkel ein und sie machen sich auf den Weg zur Tratzbergschen Kutsche, in der schon einige Dinge liegen, die Freiherr zu Tratzberg gleich noch besorgt hat, wenn er schon mal in Bozen ist. Beim Anblick des bäuerlich-trutzigen Gefährts fängt Emilia an zu lachen. „Wenn Frau Grandinger wüsste, wie profan der Freiherr unterwegs ist. Also dem alten Mädchen hast du ganz schön den Kopf verdreht, Onkel Hans.“ Freiherr zu Tratzberg schmunzelt. „Das hab ich schon gemerkt.“
                            „Ah, deshalb hast du so dick aufgetragen, du Schlawiner.“
                            „Werd ned frech, liebe Nichte.“ Der Freiherr kneift Emilia liebevoll in die Wange und zwinkert ihr zu. „Was sagt denn Tante Mirl, wenn du so flirtest?“ kontert diese spitzbübisch. „Die amüsiert sich. Weil’s ja weiß, dass sie die beste und schönste Frau für mich ist.“ Emilia seufzt. Ja, das Ehepaar Tratzberg ist sich in inniger Liebe zugetan. Was jeder sehen kann, der eine Weile in ihrer Nähe ist.

                            „Onkel Hans, darf ich mit vorne auf dem Kutschbock sitzen?“
                            „Aber natürlich, Mili. Willst auch kutschieren?“
                            „Besser nicht, da kämen wir wohl nie an.“ lacht Emilia. Freiherr zu Tratzberg hilft seiner Nichte auf den Bock. Dann verstaut er Emilias Tasche hinten in der Kutsche. „Hast du nur die eine Tasche, Mili? Wie soll das denn für eine Woche langen?“
                            „Da sind nur noch meine Toilettsachen und ein bisschen Leibwäsche drin, Onkel Hans. Mein Gepäck ist doch schon unterwegs nach Genua. Ich hoffe halt, dass meine Dirndln noch bei euch im Schrank hängen.“
                            „Woll, woll, des duans scho.“ antwortet Johann zu Tratzberg in schönstem Südtirolerisch. Dann steigt er zu seiner Nichte auf den Kutschbock, nimmt die Zügel, löst die Bremse und schnalzt mit der Zunge. Die behäbige Haflingerstute, die vorgespannt ist, setzt sich langsam in Bewegung und verfällt dann in einen lockeren Zuckeltrab. Eine Zeit lang sind Onkel und Nichte schweigsam. Emilia genießt die Schönheit des Weges, der zu großen Teilen an der Etsch entlang führt und Johann zu Tratzberg hängt seinen Gedanken nach.

                            „Ich weiß ned recht, Mili,“ sagt er dann aus seinen Gedanken heraus. „Diese weite Reise, und dann so allein. Also ich wann dein Verlobter wär, mir wär des ned recht. Na, na ...“ Johann zu Tratzberg schüttelt bedächtig den Kopf. „Also ich tät dafür sorgen, dass du eine Eskorte hättst.“ Emilia sieht Richtung Fluss. Es ist ja nicht so, dass ihr ähnliche Gedanken nicht auch schon gekommen wären. Zwar sieht sie sich durchaus imstande die Reise alleine zu bewältigen. Eisenbahn und Schiff sind heutzutage ja recht entwickelte, sichere und bequeme Transportmittel und eine derartige Reise keine große Sache mehr, doch es hätte eine gewisse Fürsorge seitens ihres Verlobten erkennen lassen. „Ach, das ist doch nicht nötig, Onkel Hans,“ sagt sie jedoch. „Ich schaffe das schon auch alleine. In England war ich ja auch allein.“
                            „Aber England ist nicht ganz so weit weg wie Indien, Kind. Von dort ist ein Brief in ein paar Tagen hier. Aber von Indien? Das dauert doch Wochen!“ Emilia lacht. „Zur Not gibt es ja noch Kabel, nicht wahr Onkel Hans?“ Johann zu Tratzberg grumelt etwas Unverständliches in seinen Bart.
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                              #15
                              Jo, mei....... 's is ja wie bei dr Sisi....die Diarndln hängen no im Schrank!
                              Seeeehr schön, Sharmila.....freu' mich schon auf die Spannung auf dem Weg und Indien!!!
                              "MOLO ..... nur selber leben ist aufregender!" (credits to @Dolaredola)
                              R.I.P. all my IDOLS, now: Muhammad Ali has left
                              @Toju.....and vice versa!.... ;)
                              ~+~ Team Gauri ~+~
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