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Diese Rubrik dient zum Besprechen grösserer Themen im Bollywood-Kontext. Gesellschaft, Werte, Traditionen, Filmkritik, Zuschaueranalysen und so weiter können hier durchaus komplex besprochen werden.

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Wandlung des indischen Films

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    Was ist mit Finding Fanny, Dear Zindagi, Lipstick under my Burkha, Veere di Wedding, ELKDTAL, etc. pp? Offensichtlich haben Filme, von denen früher niemand auch nur einen bescheidenen Erfolg erwartet hätte, inzwischen Teil des "mainstreams". Vielfalt bedient alle Geschmäcker.
    Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern. André Malraux

    How quick come the reasons approving what we like. Jane Austen

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      Absolut, Makkhi, ohne Zweifel.
      ...love, in the end, is all that matters. - Shahrukh

      Machmal ist Schweigen die beste Antwort. - Dalai Lama

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        Jetzt hab ich es endlich als frei verfügbares Video gefunden. Ich denke, es passt gut zum Thema hier. Ist ziemlich lang....wer es sich reinziehen möchte:

        "Bollywood and Beyond: A Century if Indian Cinema", eine BBC Doku, die 2015 von dem indischstämmigen UK Schauspieler und Komödiant Sanjeev Bhaskar präsentiert wurde.

        https://vimeo.com/294031463



        ** wenn man mal nix zu sagen hat: einfach mal Fresse halten (Dieter Nuhr)**
        ** karma is a bitch, baby (dola on molo)**

        Die indische eierlegende Wollmilchsau (Bharat ElWomSa) BEWS, credit to tanita

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          DANKE, Khaninchen! Ich hab's jetzt erst mal gespeichert...irgendwann schaff ich es auch, die 1 1/2 Stunden (fertig) zu schauen ... ich bin gespannt, inwieweit der Wandel zur Sprache kommt...
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            Im Rahmen der IFFM 2019 in Melbourne gab es eine Diskussion mit Rajeev Masand zum Thema "Future of Cinema".

            Eingeladene Gäste waren:

            - Arjun Kapoor (Schauspieler)
            - Vijay Krishna Acharya (Regisseur, u.a. ToH)
            - Onir (Regisseur und Filmemacher)
            - Ajit Andhare (Produzent, COO von Viacom 18)

            https://www.youtube.com/watch?v=eHlVJ1WSnDU

            Die Kommentare zu dem Video gehen fast alle in die Richtung: "Wieso sind gerade DIE prädestiniert dazu, etwas zum Thema "Zukunft des (indischen) Kinos" zu sagen...wo sie doch in letzter Zeit eher Misserfolge hatten. Das finde ich nicht fair. Jeder andere, der gerade seine Erfolgswelle zutode reitet wird da weniger bereit sein, Gedanken an Zukunft oder Änderung zu verschwenden.

            Sei`s drum. Ich fand die Runde sehr interessant und ich umreisse hier mal, was ich aus der Diskussion an Quintessenz herausgefiltert habe:

            1.) Streaming vs. Theatrical Release
            Viele Filme, die vom Inhalt und der Konzeption nicht für das grosse Kino ausgelegt sind, haben bei einem OTT Release die Chance, ein grösseres Publikum zu erreichen, aber die Konkurrenz ist gross und man muss sich sehr viel Mühe geben, da international mitzuhalten. Vorteile sind aber, dass man den indischen Censor Board nicht befürchten muss und dass man kein allzugrosses Budget benötigt und keine Stars als Zugpferde verpflichten muss, damit Kinobetreiber den Film überhaupt erst kaufen. die Leute, die sich diese Filme anschauen, sind eher nicht der typische Kinogänger. ein Film wie "Sir" beispielsweise hätte keine grosse Chance im Kino.

            2.) Zuschauergeschmack und Mainstream
            Man ist sich einig, dass es den sog. "Mainstream" im Hindi Kino so nicht mehr gibt. Durch den Zugang zu neuen Medien hat sich der Zuschauergeschmack diversifiziert. Früher konnte man eine grosse Bandbreite an Zuschauern für exotisch anmutende Eskapismus-Filme begeistern (da genügte schon eine Songnummer vor schweizer Bergen) und es war ein wunderbarer "timepass" für die ganze Familie. Es gab keine grosse Konkurrenz aus dem Ausland und und man konnte immer wieder auf die bewährte Formel zurückgreifen, weil man ja die Erwartungshaltung vom Zuschauer für ein bestimmtes template genau kannte.
            Heute gibt DEN Mainstream nicht mehr. Da gibt es erfolgreiche Filme wie Total Dhamaal und Gully Boy nebeneinander, völlig unterschiedliche Genres, die sich gleichzeitig behaupten und ihr eigenes Publikum finden.
            Bei aller Anpassung an den internationalen Geschmack liebt der indische Kinogänger zuhause und die Diaspora aber das "indian sentiment" im Film, welches immer ein bischen Middleclass-Lebensvorlage mit Drama und Emotionen daherkommt. Solche Filme sind dann auch im Kino erfolgreich (Beispiel: alle Ayushmann Filme)

            3.) Stars und Boxoffice
            Früher war die Formel: (Super)Star gleich Blockbuster Garant. Das ist heute nicht mehr so...und jetzt kommt meine persönliche Meinung, die in der Diskussion so nicht geäussert wurde: Nehmen wir mal die drei grossen Khäne. Alle haben zwar erkannt, dass sie sich aus diesen sure-shot sicheren Template Filmen freischwimmen müssen, um den neuen Zuschauergeschmack zu bedienen (ausser Aamir vielleicht, der war nie so festgelegt), aber sie haben alle den Fehler gemacht, das mit gross inszenierten und teuren Filmen zu versuchen und sind allesamt am Mainstream (den es ja nicht mehr gibt) vorbeigeschrammt. Ja, man kann grosse Stars für "kleine" Filme engagieren, sh. Amitabh in "Badla". die Story ist da entscheidend...und da waren sich dann alle Diskussionspartner einig. Der Film wurde mit einem relativ geringen Budget gemacht und hat mit 90cr. viel Geld eingefahren.
            Es muss nicht immer die Superlative sein. Die Zuschauer-Fixierung auf den 100cr-club und die Boxoffice Ergebnisse als Maßstab für einen gunten Film wurde in der Diskussion kritisiert.

            4.) Zukunft:
            Ganz klar: Inhalte und VFX. Anders als in Indien werden in Hollywood z.B. die Filme nicht durch die Stars zu Erfolgen, sondern durch die Aufmachung und die Story.
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            Die indische eierlegende Wollmilchsau (Bharat ElWomSa) BEWS, credit to tanita

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              Wieder Danke an Dich für den Link und die ausführliche Zusammenfassung. Was da unter den Punkten 2-4 zur Sprache gekommen ist, deckt sich auch mit meinen Beobachtungen. Mir gefällt besonders der letzte Satz bei Punkt 3.
              Bin auch Deiner Meinung, dass nicht der Erfolg die Richtschnur der Diskussionsteilnehmer sein sollte...und mindestens drei Teilnehmer halte ich für kompetent genug. Werde mir das Video auf jeden Fall anschauen.
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                Zitat von clochette Beitrag anzeigen
                mindestens drei Teilnehmer halte ich für kompetent genug
                da haben die aber noch mal glück gehabt ...
                "Ich weiß ja nicht, was DU studierst hast, aber *** hat einen Master in Filmwissenschaft ...!" :D:D:D

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                  Das hat bestimmt nix mit "glück" zu tun (jedenfalls nicht in m e i n e m Denken)

                  Nebengedanke: Schon interessant, dass Deine Clochette-Kommentare nicht bei meinem letzten Post zu "Bollywood im Diskurs - Sexuelle Nötigung und Machtmissbrauch" zu sehen sind...da geht es ja auch um Aamir...und da soll es ja Leute geben, die es sich nicht mit dessen Anhängern 'verscherzen' wollen...oder ist da das 'kritische Denken' anders gepolt???)
                  Zuletzt geändert von clochette; 20.09.2019, 11:11.
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                    wenn das kein wandel ist (und es deshalb in diesen thread passt )!
                    filmcompanion hat die 25 besten hindi-filme des zu ende gehenden jahrzehnts gewählt (und diskutiert in einer adda darüber), und: es ist kein einziger sanjay-leela- bhansali-streifen dabei, und auch keiner mit shah rukh khan ...
                    https://www.youtube.com/watch?v=5LcrxIKfVng
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                      Ich persönlich sehe zwar ausgerechnet filmcompanion nicht (mehr) für eine ernst zu nehmende Quelle (wobei es mir dabei eigentlich hauptsächlich um Anupama und Rahul geht), wenn es um kritische Betrachtung von Hindifilmen geht, aber interessant ist es sicher, was sie wohl gewählt haben (obwohl ich nicht verstehe, warum sie nicht bis zum Januar nächsten Jahres gewartet haben...).
                      https://www.filmcompanion.in/fc-deca...ges/hindi.html

                      Es gibt dann sicher auch noch weitere "Besten-Listen" von anderen Seiten. Vielleicht haben dann ja Bhansali- bzw. ShahRukh-AnhängerInnen 'Glück' und es ist etwas dabei.
                      Zuletzt geändert von clochette; 18.11.2019, 18:05.
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                        in der adda geht es u.a. um die im letzten jahrzehnt immer unschärfer werdende grenze zwischen mainstream und indie.
                        zoya akthar (gully boy) und shakun batra (kapoor and sons) gehen dabei auf veränderungen (und probleme) ein, die sich bei "content-driven" filmen für das selbstverständnis und die außenwahrnehmung von stars ergeben.

                        batra sagt dazu: wenn er als regisseur bei so einem film einen star einsetzt, braucht er in nicht in seiner eigenschaft als "star", sondern als darsteller eines tatsächlichen menschen. der betreffende ist dann aber häufig der meinung, er müsse im film auch als "star" rüberkommen ...

                        und zoya akthar berichtet: sie ist gefragt worden sei, ob ranveer singh denn mit der szene einverstanden gewesen sei, in der er erstmals in gully boy auftaucht, weil: da sei er ja nur im hintergrund zu sehen gewesen ... sie sagt, dass während des drehs keiner sich über so etwas gedanken gemacht habe, weil ranveer im film eben murat ist - und nicht ranveer. und sie betont, wie gut es sei, dass sich die dinge in diese richtung entwickeln.

                        der wandel weg vom "star"-geprägten kino ist wohl eine der größten wandlungen, die bollywood gerade erlebt. nicht alle alt-"stars" kommen damit gleichermaßen zurecht, nicht alle regisseure trauen sich zu, einen "star" wie einen normalen darsteller zu behandeln. ein größer werdender teil des publikums aber ist bereit, einen solchen wandel zu honorieren. und einige der besten newcomerdarsteller des letzten jahrzehnts haben mit dem starkino offenbar nicht mehr viel am hut. was nicht heißt, dass sie nicht berühmtheit auch genießen würden ...
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                          wie (rind-)fleischverzehr (oder -verzicht) mehr oder weniger subtil im hindikino botschaften transportiert:
                          https://www.nytimes.com/2019/12/03/o...ndia-modi.html
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