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Diese Rubrik dient zum Besprechen grösserer Themen im Bollywood-Kontext. Gesellschaft, Werte, Traditionen, Filmkritik, Zuschaueranalysen und so weiter können hier durchaus komplex besprochen werden.

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Sexuelle Nötigung und Machtmissbrauch - #metoo in der indischen Filmindustrie

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    Richtig so. Finde ich gut, dass YRF als Schwergewicht in der Industrie damit ein Zeichen setzt.
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Chopras schon immer hohe ehtische Werte angesetzt haben (auch ohne Ranis Dazutun als Kungfu-Mutti)

    Gleichzeitig ist aber auch zu lesen, dass A. Malik als judge für Indian Idol 11 angeheuert wurde, nachdem er aus der letzten Staffel wegen ihm vorgeworfener sexueller Nötigung rausgeschmissen wurde. Nicht zu fassen

    ** wenn man mal nix zu sagen hat: einfach mal Fresse halten (Dieter Nuhr)**
    ** karma is a bitch, baby (dola on molo)**

    Die indische eierlegende Wollmilchsau (Bharat ElWomSa) BEWS, credit to tanita

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      Sorry, aber die Realität im diesem mächtigen Apparat Bollywood sieht leider anders aus. Kaum einer der Beschuldigten muss dauerhaft ernsthafte Konsequenzen tragen. Im Gegenteil...es wird noch ein langer Weg für die Frauen Indiens.

      https://www.huffingtonpost.in/entry/...1be0vry8TD9kMn
      Zuletzt geändert von Dolaredola; 02.06.2019, 06:51.
      Save the "bari"
      Mit Menschen die einen großen Vogel haben, kann man an ungewöhnliche Orte fliegen
      Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst.
      - Voltaire
      Konventionsverstoß. – Er warf ihm den Fehdehandschuh hin. Der andere warf ihm die Perücke vor die Füße. Ratlos blickten sie einander an.

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        Vollkommen klar, man sieht ja, wie drumherum versucht wird, entweder auszusitzen oder sogar zu rehabilitieren.
        so geschehen bei Reliance, dessen Ethik-Kommission Vikas Bahl einen Freibrief erteilt hat, damit er als Regisseur von "Super 30" wieder installiert werden konnte ...ich will mich jetzt nicht darüber auslassen, wer hier wen wohl unter Druck gesetzt hat, damit das geschehen konnte. Traurig, mit anzusehen, dass die alten Machtstrukturen immer noch funktionieren, v.a. wenn es um viel Geld geht:
        https://www.ndtv.com/entertainment/v...report-2046366

        Da kann man mal sehen, welche Hebel in Bewegung gesetzt werden, um sich selbst und das Filmprodukt vor dem Release weisszuwaschen.
        Bollywood, der Weisse Riese...der wäscht so weiss, weisser gehts nicht mehr.

        ....wenn auch das Hausverbot für Anu Malik da das Ruder nicht herumzureissen vermag, so ist es doch wenigstens ein Zeichen in die richtige Richtung, oder meintest Du, das wäre vielleicht nur ein Publicity Ding? Theoretisch vorstellbar wäre es....., aber irgendwie will die die Hoffnung nicht verlieren, dass sich bei den grossen Produzenten so nach und nach die Denke verändert.



        ** wenn man mal nix zu sagen hat: einfach mal Fresse halten (Dieter Nuhr)**
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          Es ist sicher noch ein langer Weg für indische Frauen....
          Aber das Thema ist im Bewußtsein, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist eine Straftat.

          Zu sehen, wie die Täter rehabilitert werden ist sicher schmerzhaft für die belästigten Frauen und es macht wütend und hilflos.
          Trotzdem dranzubleiben, weiter für das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit zu kämpfen, hilft dabei, anderen Mut zu machen.

          Bildung und Unrechtsbewußtsein , beides zu haben klingt zunächst einmal gut . Doch was hilft es jungen Frauen, die keine Möglichkeit haben, sich gegen Traditionen, Besitzansprüche und Familienzwänge durchzusetzen ? Daß die Selbstmordrateam Höchsten in den Ländern wie Kerala mit hohem Bildungsniveau ist, spricht für sich.



          There is a crack, a crack in everything.
          That`s how the light gets in.(Leonard Cohen nach einem Gedicht von Rumi)

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            Ich glaube, es ist nicht möglich, die Art der westlichen #metoo-Bewegung auf die indische Filmindustrie (oder überhaupt auf indische Verhältnisse) anzuwenden. Das Verhältnis zu Geld, Einfluss und Macht und die Gewichtung (und Durchsetzung) geschlechterspezifischer Belange gegenüber finanziellen und Prestige- Interessen sind anders geartet.
            ...love, in the end, is all that matters. - Shahrukh

            “In the end these things matter most: How well did you love? How fully did you live? How deeply did you let go?” (Buddha?)

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              Zitat von clochette Beitrag anzeigen
              Ich glaube, es ist nicht möglich, die Art der westlichen #metoo-Bewegung auf die indische Filmindustrie (oder überhaupt auf indische Verhältnisse) anzuwenden.
              was, bitte schön, ist "die art der westlichen #metoo-bewegung"? und wer soll sie nicht "anwenden"? und wie sähe denn eine spezifisch "indische" bewegung aus?
              patriarchale machtstrukturen unterscheiden sich weltweit graduell, aber nicht in der sache.
              #metoo stößt in indien wie im rest der welt an den erbitterten widerstand und/oder die herablassende indolenz dieser strukturen.
              frauen in der ganzen welt - auch in indien - gehen zornig und mutig dagegen an, mit rückschlagen ist überall zu rechnen. mit einem roll-back nicht.

              "Ich weiß ja nicht, was DU studierst hast, aber *** hat einen Master in Filmwissenschaft ...!" :D:D:D

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                Wie Tanita schon schrieb. Bildung und Unrechtsbewusstein allein nützen rein garnichts.

                Grob auf die Spitze getrieben (geht das überhaupt?) wäre die gängige Haltung der indischen Familie und leider oft genug insbesondere die der Mutter gegenüber der ambitionierten Tocher nach wie vor etwa die: "Wieso willst Du promovieren, heirate einen Doktor und dann hast Du alles was Du brauchst, was willst Du mehr?"
                Beim männlichen Pendant muss ich immer an den furchbaren Ehemann in "Veere di Wedding" denken. Modern, weltoffen auf den ersten Blick um dann daheim seine Ehefrau zur Putzfrau und Sklavin zu degradieren. Selbst wenn das Unrechtsbewusstsein da sein sollte. Mann hat ja die Macht und anscheinend das Recht, sich über eventuelles Unrechtsbewusstsein hinwegzusetzen.
                Gut, (nein, nicht gut) diese Art von Macht wird in der indischen Gesellschaft noch eher akzeptiert als hier, aber im Endeffekt geht es doch um den Machtmissbrauch...und der findet überall auf der Welt statt und ist überall gleich verachtenswert.

                Allein die Vorstellung, dass solcher Machtmissbrauch in einem (ähem) aufgeklärten, aber jedenfalls mit modernen sozialen Strukturen ausgestattetem Land wie USA derartige Züge angenommen hat(te) und überhaupt möglich ist, sagt uns doch, dass das nur die Spitze des weltweiten Eisbergs sein kann. Natürlich war da Hollywood wesentlich besser geeignet, weil medienträchtig, die #metoo Bewegung ins rollen zu bringen und natürlich ist in Indien die Filmindustrie mit dieser derartigen Medienpräsenz und Gewichtigkeit am besten geeignet, den Vorreiter zu machen. Der Wandel muss auch von oben nach unten stattfinden, nicht immer nur umgekehrt. Wie man im Ruhrpott so schön sagt: "der Fisch is am Kopp am stinken am fangen".




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                  Zitat von Khaninchen Beitrag anzeigen
                  ...im Endeffekt geht es doch um den Machtmissbrauch...und der findet überall auf der Welt statt und ist überall gleich verachtenswert.
                  Genau, Khaninchen (wobei Machtmissbrauch ja nicht nur ein Thema der #meetoo Bewegung ist, sondern auf allen Ebenen menschlichen Zusammenseins statt findet).
                  Ich halte es nach wie vor für unabdingbar, in a l l e n Bereichen menschlichen Zusammenlebens die Mechanismen von Machtmissbrauch zu thematisieren und Wege aufzuzeigen, dem entgegen zu wirken, ob Familie, Schule, berufliches Umfeld oder in der Politik...und ich denke, da geht es in erster Linie um die Stärkung des Selbstwertgefühls. In Indien mit seinem tiefgreifendem Kastensystem (offenbar hervorragend thematisiert im "Article 15" Film - wenn ich nach dem Trailer gehe) und anderen spezifischen Besonderheiten (die ich hier nicht aufzählen möchte) dürfte das - so empfinde ich es - besonders schwer sein.

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                    Das war zu erwarten, oder? Offiziell gibt es keinen 'Fall' mehr gegen Nana Patekar...die Akte Tanushree Dutta gegen Nana Patekar wurde geschlossen - es sei denn Tanushree (die zur Zeit in den USA lebt) legt Berufung ein.

                    https://timesofindia.indiatimes.com/...w/69770147.cms
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                      Darauf kann frau nur sagen: Hoch die Tassen!

                      "Wot ever it is u stopped from doing last yr.Do it in 2017. Love, Family, Job wotever.If it scares u do it more & u will b happier." SRK, Silvester 2016

                      How quick come the reasons approving what we like. Jane Austen

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                        https://www.huffingtonpost.in/entry/...b0e8085e3b5060
                        tl;dr:
                        sehr erhellender text darüber, was passiert, wenn feminismus und meetoo-bewegung zum meme verkommen. gleichzeitig eine interessante geschichte des aufstiegs und falls von all india bakchod, mit reminiszenzen an comedy-geniestreiche, die es wert sind, erinnert zu werden. zum beispiel kanganas coz i have a vagina, re.
                        Zuletzt geändert von bari; 18.06.2019, 22:59.
                        "Ich weiß ja nicht, was DU studierst hast, aber *** hat einen Master in Filmwissenschaft ...!" :D:D:D

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                          Das Erhellendste dürfte der letzte Teil gewesen sein, denn auch diesmal gilt wohl das Motto: Die Kleinen werden gehenkt, die Großen lässt man laufen:

                          Spoiler!


                          In diesem Fall sind die "Kleinen" selber schuld, aber das wirklich Heuchlerische ist dann eben der Umgang mit Vikras Bahl, Rajkumar Hirani und Alok Nath (der erstere von Reliance wieder als Regisseur von Super 30 anerkannt, der zweite bei Modis Schwur-Zeremonie und der dritte wird (laut Berichten) in der Rolle eines Richters in einem Hindi Film sein, dessen Titel übersetzt #MeToo heißt.
                          Hoch die Tasse, Makkhi
                          ...love, in the end, is all that matters. - Shahrukh

                          “In the end these things matter most: How well did you love? How fully did you live? How deeply did you let go?” (Buddha?)

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                            Vielleicht macht dieser Artikel meinen Post vom 3.6. verständlicher:

                            https://www.thenewsminute.com/articl...d-leave-103847

                            in kurz: in Indien...56 Putzfrauen, die einen Angestellten der Firma, in der sie putzen (manche schon seit vielen Jahren), sexueller Übergriffe beschuldigten, wurden auf der Stelle entlassen und von der Putzfirma neue Frauen angefordert...der Angestellte wurde nicht entlassen.
                            ...love, in the end, is all that matters. - Shahrukh

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